Ein ökumenischer Schritt vorwärts!

Erklärung der IEF von Krakow im Juli 2019


Wir treffen uns in Krakau, der früheren Hauptstadt Polens, Herz der polnischen Identität, polnischer Kultur und polnischer Geschichte.

Hier ist einer der Kernplätze des polnischen Katholizismus mit so symbolträchtigen Orten wie der Marienkirche am Großen Marktplatz, dem Wawel und dem Schrein der göttlichen Gnade im Heiligtum der Barmherzigkeit.

Hier lebten viele Menschen, die das polnische Christentum beeinflussten wie der hl. Albert Chmielowski und der hl. Johannes Paul II. Schließlich, hier ist der Ort, wo viele Spuren unserinnern an ein “Polen ohne Marterpfähle” (so der polnische Historiker Janusz Tazbir), wo keine Andersgläubigen verbrannt wurden, ein Land mit einer bemerkenswerten konfessionellen Toleranz in einer Zeit, als weite Teile Europas Religionskriege und Verfolgungen erleiden mussten.

Seit den Anfängen in 1967 hat die IEF ihre Suche nach Einheit unter den Christen begonnen. In den Internationalen Konferenzen wollten wir eine größere Tiefe unseres Engagements erreichen, um uns für die ersehnte sichtbare Einheit der Einen Kirche einzusetzen. Und wir haben sie erfahren.

In Avila 2013 unter dem Motto “Lebendige Bausteine des Tempels Gottes” (1 Petr 2,5) haben wir einen Weg gebahnt, unsere Wunden zu heilen für die Versöhnung, lebendige Steine zu sein, um Brücken zu bauen.

Wir suchen nach der Wahrheit, denn wir glauben, “die Wahrheit wird uns freimachen” (Joh 8,31): das waren unsere Gedanken in Prag. Denn die Wahrheit ist gegründet auf Jesus Christus, der “der Weg, die Wahrheit und das Leben” ist (Joh 14,6) Wunden heilen im Licht des gemeinsamen Schatzes, der Frohbotschaft Jesu Christi, so haben wir unseren Weg der Versöhnung sichtbar gemacht in der Erinnerung an die Reformation bei dem Treffen in Wittenberg, wo wir die Lima-Liturgie feierten, an der 8 Bischöfe aus 7 Kirchen sich beteiligten. Aber unser Werk endet hier nicht, der Schmerz der Trennung ist immer wieder spürbar, weil wir nicht überall die Eucharistie gemeinsam feiern können. Dennoch vertrauen wir weiter darauf, dass es bald Wirklichkeit werden wird. So bleiben wir auf dem Weg, denn “die Liebe Christi treibt uns an” (2 Kor 5,14) und stellt uns in eine Kirche, die an die Peripherie geht, gesandt zu den Benachteiligten und Leidenden der Gesellschaft. Dieser Platz fordert uns heraus, die ständige und wirkliche Reform der Kirche voranzutreiben, offen und aufmerksam zu sein für die Zeichen der Zeit.

Darum rufen wir auf zu einer fortgesetzten und notwendigen Kirchenreform und Verwandlung, die uns dazu führt, auf die neuen Notwendigkeiten der Gesellschaft zu anworten. Deswegen erklären wir:

  1. Wir erneuern unser reales Engagement in jeder unserer Ortskirchen, das die notwendige Einheit unter uns Christen fördert. Wir wünschen uns, die Eucharistie gemeinsam feiern zu können.
  2. Wir verpflichten uns, selbst aktives Werkzeug der “Ecclesia semper reformanda“ zu sein. Darum unterstützen wir alle Anstrengungen zu einer Umkehr aller Kirchen und zur Verwandlung ihrer konfessionellen Identität.
  3. Wir verpflichten uns selbst, eine prophetische Stimme in allen Situationen sozialer Ungerechtigkeit zu sein, besonders unter denen, die Lebensqualität und Frieden in unseren Ländern suchen, den Flüchtlingen. Das bedeutet Identifikation mit den an den Rand Gedrängten der Gesellschaft und Einsatz für die Unantastbarkeit und Würde aller Menschen.
  4. Wir übernehmen Verantwortung für ökologische Gerechtigkeit, indem wir Sorge tragen für unsere gemeinsame Heimat Erde, und für eine Theologie der Schöpfung, die uns sensibel macht für nachhaltige Lebensweisen.
  5. Wir verpflichten uns selbst, Brücken zu schlagen ineiner Kultur der Begegnung, um das Licht Christi in den Dialog zwischen den Religionen zu bringen inmitten einer säkularisierten Gesellschaft.

Möge der Eine und Dreieine Gott uns ermutigen und leiten in unserem Engagement. Er mache uns zu wahren Pilgern hin zu Einheit, geschwisterlicher und menschlicher Begegnung, zu Solidarität und zu gemeinsamen Werten. Er öffne uns für neue Wirklichkeiten. All dies diene der Ehre Gottes und dem Heil der ganzen Schöpfung.

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